WOHNZIMMER FINOW

eine Reihe mit Künstler*innen rund um das Ensemble des KANALTHEATERS in der THEATERZENTRALE, im Jahr 2019

23.11.2019 // Finissage Fotoausstellung Denny Darko // Konzert: Auf Krücken durch Rom // 18 Uhr Einlass, 18.30 Uhr Beginn

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Es geht in die düstere Welt des Zusammenspiels von Orientierungslosigkeit und der damit einhergehenden Suche nach perspektivischen Fluchtwegen aus dem inneren und äußeren Chaos.

Kanaltheater-Teammitglied Denny Darko stellt mit „Gefunden im Niemandsland“ erstmals in Eberswalde aus.
Seine Fotos nähern sich verlassenen Orten an. Der Kamerablick fängt den ungesehenen Moment. Zeit dehnt sich. Einblicke in menschenleere, einstmalige Lebens- und Arbeitsräume. Inszenierungen aus Licht, Mauern, Türfluchten, Fenstern werden zu Ein- und Ausblicken auf Verbliebenes, Verblichenes. Eine Reise in das nicht mehr und doch noch irgendwie da. Sie zeugen von Geschichten und öffnen sich dem Blick auf die Vergänglichkeit. Werden im Blick der Betrachtenden zu einem Mosaik aus Materialität und imaginiertem Leben, irgendwann früher mal, heute Niemandsland.


Auf Krücken durch Rom – Die Stadt

Mit auf Krücken durch Rom in die Welt der Roms und den Kosmos der Stadt. Mehr eine Lecture Performance – eine Vorlesungs-Aufführung als Konzert: es wird gelesen, gesprochen, gebaut, gebeamt – und Musik gibt es auch: irgendwo zwischen Post-Rock und Post-Liedermacher.

Die Songs handeln von großen (Religion) und kleinen (das Bidet) Themen, finden immer einen Bezug zum italienischen Rom, begleitet von Texten die das Phänomen Stadt beleuchten.

Cathrin Clift, Stefan Neubacher, Alexander Reichert und Ansgar Tappert.


8.11.2019: Lesung & Musik
subkutan – von der „Poe_Sie“  zum „Poe_Du“ 

Seele: unverhüllt, leicht, dumpf, verhakt, einem Ariadnefaden gleichend, knebelnd und erlösend zugleich …

Was kann dasPOESIEzumPOEDUwerden lassen? Einlassung. Mut, das lyrisch Geordnete, Verdichtete, das unausweichliche Wort zu hören, zu lesen, zu fühlen. Das Spüren des chaotischen Gedankenverwirrtseins, die genussvolle Herausforderung des Neuordnens lyrischer Strukturen, die so offen sind, dass man sich selbst findet, Entblößung zulässt.

Das PoeDU von „subkutan“ bietet Seelenempfinden auf Augenhöhe, lädt ein zur labyrinthischen Suche nach einer Lösung. Ihre Worte verzaubern innere Bildwelten, bieten Rückschau auf Erlebtes, machen neugierig auf die noch nicht so wahrgenommenen Zusammenhänge von Zeit und Raum, von Ich und Du , setzen Impulse für Zukunft, wenn man es schafft, ihre Worte zu fühlen.

Ein moderner lyrischer Stil, so individuell, wie das Empfinden, das Leben, so kraftvoll und zart zugleich, wie das sensible Hineinhorchen in die Seelenlandschaften nur sein kann. Kein mechanischer Rhythmus, keine metrischen Fesseln zwingen in betonte Ebenen, eine systematische Freiheit fließt durch die Verse der Autorin, die das Lyrische bereits als Jugendliche über die Musik zum Feuer entfachte und die Glut in den Dialog zwischen POE-SIE-DU  zum ICH ergießt. Ein roter Faden. Mit Knoten, marode, fest, zerschlissen, glatt … ein Wegweiser, dem es zu folgen lohnt, weil er Freiheit verlangt.

(K. Sanz)

(…)

wer das licht aushält.
was übrig bleibt,
von farbtönen, von dir
von worten, vom werden.


Sa. 7.& So. 8.9. Ein Wochenende ungewöhnlicher Klangkunst

(kuratiert von Ansgar Tappert)

In Zusammenarbeit mit dem Salon Bruit e.V. präsentiert das Kanaltheater ungewöhnliche Musik, von Abstrakt über Konkret bis hin zu performativer Klangkunst.

Wir sind glücklich, die Künstlerinnen Yaron Yael Maim , Richard Scott and friends, Phillip Morris, Pedro Ferreira, das Duo Lorena Izquierdo und Aziz Lewandowski und Ansgar Tappert als Gäste begrüßen zu können.

Die visuelle Gestaltung übernimmt Yoan Trellu und die Pausenmusiken werden von Seamus O´Donnell beigesteuert.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch um diese Wochenende nicht nur ungewöhnlich sondern unvergesslich zu machen.


Sa. 14.9.2019 AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG ANNA SIEGENTHALER & KONZERT “LUNDT”

Ursprünglich als Solo-Singer-Songwriter und Selbstevaluations-Projekt von Santje Winkler gegründet, spielt die Gruppe Lundt seit 2019 in 4-Personen-Besetzung. Zu hören sind neben Akkustikgitarren, Schlagzeug und Kontrabass auch Keyboards, Glockenspiel und Melodika. Musikalisch bewegen sich die Stücke zwischen Indie-Pop und Folk mit Anleihen an Punk und Rap – ohne je ihren Singer-Songwriter-Kern zu verhehlen. Je eingängiger die Stücke umso mehr stolpert man als Zuhörer*in über die Texte, in denen Geschichten von Betroffenen von Menschenhandel ebenso verarbeitet werden, wie weibliche Fluchterfahrungen und Erwartungen an Geschlechterrollen oder die Auseinandersetzung mit eigenen weißen Privilegien. Und hin und wieder schaffen es auch ein paar der alten, traurigen Liebeslieder aus der Lundt-History ins Programm.

LUNDT sind Christian Dietz, Stefan Neubacher, Alexander Triebsees und Santje Winkler.


Sa. 14.9. bis 5.10.2019 AUSSTELLUNG ANNA SIEGENTHALER

Mit unterschiedlichsten Materialien wie Acryl, Pastell, Kohle, Farbstift, Stoff- und Papierstücken, intuitiv Schicht für Schicht aufgetragen, entstehen in den Bildern Facetten von Figuren und Stimmungsräumen. 

Wie Illustrationen zu denen die Geschichten noch ersonnen werden dürfen.

Manche erinnern an Kinderzeichnungen, in denen sie selber und märchenhafte Figuren Inhalt sind. 


Sa. 5.10.2019 15.30 Uhr & Di. 8.10.2019 10.30 und 16.30 Uhr
AUSM WEG!

Ein Bär und eine Riesin begegnen sich auf einer schmalen Brücke. Der Bär will endlich Winterschlaf halten. Die Riesin muss dringend zu einer Party. Sie passen nicht aneinander vorbei. Was nun? Wer gibt nach und lässt den anderen vorbei? Dann tauchen auch noch nervige Entchen auf und der Troll will Wegzoll kassieren. Aus’m Weg! ist eine Geschichte über eine Begegnung, über Streit und Versöhnung und über die ungeahnte Lösung eines klitzekleinen oder besser riesengroßen Problems.

Frei erzählt nach dem Bilderbuch „die Brücke“ von Janisch/Bansch

Für Leute ab 4 Jahren, Dauer: ca 40 Minuten;
Konzept & Spiel: Anna Siegenthaler & Catrin Clift, 
Bühne, technische Beratung Carsten Jess

Fr. 9.8.2019 – 18-21 Uhr: The glory of decay & Tuesday*Travel 
ab 19 Uhr künstlerisches Doppelprogramm: Tanz & Video

THE GLORY OF DECAY

Ein Tanzprojekt von Polyxeni Angelidou und Sofia Karagiorgou

Zwei Körper unterbrechen und übertreten die Gesetze der Zeit. Orte, Ikonen, Macht- und Wissenssysteme sowie Reflexionen des gegenwärtigen Status quo werden gewaltsam von äußeren Kräften überfallen. Stabile Strukturen brechen in sich zusammen und parasitäre Elemente setzen sich fest. Das Objekt zersetzt sich selbst, passt sich an und schafft es so sich weiterzuentwickeln. Dies beeinflusst und verändert auch die Körper und deren Bewegungsfreiheit. So wird die Autonomie des Rhythmus und die Vertikalität des Körpers zur Plattform einer aufkommenden Symbiose und eines Austauschs.

Polyxeni und Sofia untersuchen gemeinsam Wege der kollaborativen Autorenschaft. Dieses Stück ist das erste Ergebnis ihrer Zusammenarbeit. Es wurde bereits im Ada Studio und Eschschloraque in Berlin sowie im SKG Bridges Festival in Thessaloniki aufgeführt.

Sound: Cravune, Kostüm: Cristina Lelli, Bühne: Karla Marchesi, Dramaturgie: Elisabeth Leopold


TUESDAY*TRAVEL 

Cristina Lelli – overheadprojektor, chemicals and objects / Marcel Krömker – bass, toys and effects

Ein Haus, 7 Wohnungen, 7 Persönlichkeiten an 7 Tagen.
Inspiriert vom amerikanischen psychiatrischen System für Persönlichkeitsstile/-störungen besucht tuesday*travelsieben außergewöhnliche Persönlichkeiten. Mit Kontrabass, Loops und analogen Visuals versetzen sich die Künstler*innen in die verschiedenen Seelenzustände.

Cristina Lelli arbeitet schon seit einigen Jahren in verschiedenen Projekten mit Marcel Krömker zusammen. Sie benutzt Overheadprojektoren als Ausdrucksform indem sie mit abstrakten und sinnlichen Landschaften die erdigen Töne des Bassisten untermalt, in Dialog tritt, oder Hausfassaden mit neuen Farben und Muster bemalt.

Im Einwirken der Visuals auf die Musik werden die Kompositionen visuell weitergeführt, aufgefangen, weitergesponnen oder auch ein musikalisches Element aufgegriffen, visuell bearbeitet und weiterentwickelt, während sich die Musik in eine entgegengesetzte Richtung fortspinnt.


Das Projekt WOHNZIMMER FINOW wurde gefördert vom MWFK Brandenburg, dem Fonds Soziokultur e.V. und der Stadt Eberswalde.