Zur Theaterarbeit

Das Kanaltheater entwickelt seit 2013 aus aktuellen Themen der Region Theaterproduktionen mit überregionaler Relevanz. Im Kulturzentrum Exil, welches dem Punkrock nahe steht, machen wir seit 2013 partizipatives Theater, welches sich durch ein schichtenübergreifendes Ensemble und Publikum auszeichnet. Daraus ergeben sich außergewöhnlich spannende Synergien, Perspektiven und Konfrontationen. Diese führten zur von uns neu entwickelten Form des unterhaltsamen Dokumentartheaters, des lustvollen und gleichzeitig hoch relevanten Theaters, das ästhetische Verknüpfungen zur zeitgenössischen Kunst und Popkultur beinhaltet.

MOZ_Burckhardt2013 (19)

Foto: PUNKAGONNY (Exil Eberswalde, 2013, FOTO: Thomas Burkhard, MOZ)

Im Jahr 2013 haben wir uns im Rückgriff auf Bertolt Brecht mit der Spaßstadt „PUNKAGONNY“ beschäftigt, die im absoluten Aufruhr endet, im Jahr 2014 dann in „DIE HEILIGE GABY DES SVKE“ mit dem realen Sozialismus und dessen Untergang bzw. dessen Überführung in den Kapitalismus. In diesem Projekt ging es um die Entwicklung der industriellen Tierzucht in Eberswalde anhand der Geschichte des SVKE, SZME und KFME also industrieller Massentierhaltung, Tierzucht und Fleischverarbeitung, dabei stießen wir auf die Fragestellung ökologischer Verträglichkeit von Massentierhaltung. Die Perspektiven auf die Fragestellung liegen weit auseinander, einerseits gibt es eine international anerkannte Hochschule für nachhaltige Entwicklung, andererseits verloren viele Einwohner Eberswaldes durch den Abbau der Massentierhaltung und der chemischen Industrie ihren Arbeitsplatz, wodurch der ökologische Aspekt zumeist als Totschlagargument den Menschen in ihrem Verlust der Arbeits- und damit Lebensgrundlage gegenübertrat. An dieser Stelle wollen wir mit Die „WELT IST IN GEFAHR – RETTUNG NAHT AUS EBERSWALDE“ Brücken bauen und ein neues Nachdenken fern ab von Wendediskussionen anregen.

Gedanken zur Theaterarbeit außerhalb der Metropole:
Veröffentlichung der Böll-Stiftung: Brennen-ohne-Kohle
Theater zwischen Niedergang und Aufbruch
insbesondere mit dem Artikel:
„Potemkins Provinzen“ von MARC STEINBACH (Seite 55)
Für eine ästhetische Strategie im demografischen Wandel